
Immobilienpreis: Verhandeln mit den richtigen Argumenten
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© Erich Westendarp, Pixabay
„Gegen die Anspannung auf dem Wohnungsmarkt, hohe Immobilienpreise und steigende Mieten hilft nur bauen“, erläutert Alexander Neubauer, Geschäftsführer von Alpina Immobilien in Rosenheim. „Diese nicht neue Erkenntnis ist zwar längst bei der Regierung angekommen, doch an der Umsetzung hapert es noch.“
Die aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes sind ernüchternd: Statt mehr neue Wohnungen wurden im vergangenen Jahr 4,2 Prozent weniger Wohnungen gebaut und sogar 10,4 Prozent weniger neue Einfamilienhäuser. Fachleute befürchten, dass sich der Engpass auf dem Wohnungsmarkt dadurch noch weiter verschärft.
Die Bundesregierung hat sich das Ziel von jährlich 400.000 neuen Wohnungen in Deutschland gesetzt. Im Jahr 2020 waren mehr als 300.000 neue Wohnungen entstanden. Die Zahl ging aber im Jahr 2021 wieder auf das Niveau des Jahres 2019 zurück. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 293.393 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 12.983 weniger als im Jahr zuvor. Der seit zehn Jahren zu beobachtende jährliche Anstieg der Neubauzahlen setzte sich erstmals nicht weiter fort.
Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen stieg dagegen im Jahr 2021 um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und war weiterhin deutlich höher als die Zahl der Baufertigstellungen. Dies führte zu einem Überhang von genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen von insgesamt 846.467 Wohnungen. Der anhaltende Anstieg des Bauüberhangs beschleunigte sich.
Der Wohnungsbau stockt bundesweit wegen Personalmangel, Lieferengpässen und Rohstoffknappheit sowie wegen deutlicher Preissteigerungen als Folge einer erhöhten Nachfrage. Unternehmen und Bauherren sind dadurch daran gehindert, ihre Vorhaben im vorgesehenen Zeitraum zu realisieren.
Die wohnungswirtschaftlichen Verbände, Zentraler Immobilien Ausschusses (ZIA), Immobilienverband Deutschland IVD und Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV), sind sich einig: Ein Kraftakt sei notwendig. Alle Hebel sollten genutzt werden, damit Deutschland beim Wohnungsbau trotz angespannter internationaler Lage vorankomme.
Für Bayern war das Jahr 2021 war nach Auskunft der wohnungswirtschaftlichen Verbände „ein Jahr der Superlative“ mit Rekord-Investitionen und den höchsten Neubauzahlen seit 1995. Die enormen Preissteigerungen bei den Baustoffen und die Zinsentwicklung am Kapitalmarkt machen der Branche jetzt zu schaffen. Für 2023 rechnen Fachleute mit einem starken Rückgang beim Wohnungsbau.